Johann-Gutenberg-Gymnasium, Erfurt

2003 bis 2005

Die Neugestaltung des Schulumfeldes für das Johann-Gutenberg-Gymnasium in Erfurt war eine direkte Konsequenz aus dem Amoklauf eines ehemaligen Schülers im Jahr 2002. Aufgrund dieser tragischen Katastrophe blieb das Schulgebäude bis 2005 geschlossen. Geschichte und Ort waren neu zu bestimmen. Die Idee des Wettbewerbsentwurfes für die Erweiterungsbauten besteht darin, dass die neuen Gebäude selbst zu einem strukturierenden Element des Städtebaus werden und gleichzeitig Teil des öffentlichen Raumes sind. Das Freiraumkonzept zielt auf eine Verbindung von Offenheit, Austausch und der Möglichkeit individueller Aneignung. Die Freitreppe verleiht dem historischen Schulbau eine moderne, offene Basis, eine einladende „Schülerplattform“. Die Figur der Treppe nimmt städtebaulich Bezug auf die Erfurter Domstufen, eine Treppenanlage in der mittelalterlichen Altstadt, auf der alljährlich Freilichtfestspiele stattfinden. Der Schulhof bleibt in seiner ursprünglichen Größe erhalten, wird aber als kleinteiliges Patchwork in terrassierte Themengärten, Sitzstufen, „Grüne Klassenzimmer“, Spiel- und Ruhebereiche aufgegliedert und erhält eine weitere Funktion als Stadtplatz für das umgebende Quartier. Der Freiraum verleiht dem verschlossen wirkenden Schulgebäude und der Schule als Institution eine Atmosphäre der Offenheit. Nutzbare Frei-Räume entstehen, die ein Gefühl von Heimat, Verortung und Identität in der engen Verknüpfung mit dem umgebenden Stadtraum schaffen.

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